Sonntag, 12. Oktober 2014

Von Plattfüßen und valgischer Beinachse

Hallo ihr Lieben,

wie die Überschrift schon erkennen lässt, geht es heute um das Ergebnis meiner Laufanalyse. Der schriftliche Bericht hat nämlich ein bisschen auf sich warten lassen und flatterte erst im Laufe der letzten Woche in meinen Briefkasten.

Ich will euch nicht langeweilen, aber ich dachte mir, dass ich den Bericht etwas ausführlicher wiedergebe, falls einer von euch ähnliche "Beschwerden" hat und vielleicht für sich die ein oder andere Erkenntnis daraus ziehen kann oder um festzustellen, ob eine Laufanalyse vielleicht auch etwas für euch ist.


Die Laufanalyse

In der Bewegungsanalyse bei Orthopädie - Schuhtechnik Schott wurde zuerst mein "Fußstatus" überprüft. Hierfür musste ich über eine in den Boden eingefasste Platte laufen, die die Daten direkt an den Computer gesendet hat. Hierdurch ließ sich ein Senkfuß feststellen. Die maximale Belastung sollte 40 N/cm² unter der Ferse und 55 N/cm² unter dem Vorfuß nicht übersteigen. Diese Werte übertreffe ich bei weitem. Der Druckwert am rechten Vorfuß liegt sogar bei 81 N/cm². Das war mir allerdings nicht unbekannt, schließlich habe ich seit Jahren Druckschmerzen unter dem rechten Vorfuß.

Die Fußproblematik bedeutet für mich, dass ich zukünftig Einlagen tragen werde. Und das nicht nur beim Sport sondern auch im Alltag.

Danach ging es zum Bodypainting. Ja ihr habt richtig gelesen: mit einem schwarzen Edding wurden mir lustige Zeichen auf die Beine gemalt. Außerdem wurde mein Rücken entlang der Wirbelsäule mit roten Punkten beklebt. Dann wurden noch ein paar Bilder in stehender Position von mir geschossen bevor es dann - zuerst barfuß und dann in Turnschuhen - aufs Laufband ging.

Da ich durch die Erkältung noch recht geschwächt war, strengten mich die rund 2 km Joggen mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h sehr an.

Nachdem ich erfolglos versucht hatte, mir die Farbe von den Beinen abzuwaschen und mich wieder umgezogen hatte, wurde die Laufanalyse dann mit mir besprochen.

Grundsätzlich hätte ich schon das Potential eine gute Läuferin zu werden. Allerdings sollte ich mich zuerst auf den Muskelaufbau konzentrieren. Ich sollte auch darauf verzichten in diesem Jahr noch einen Halbmarathon laufen zu wollen. Auch im Training sollte ich lieber 3 mal in der Woche 10 km anstatt 2 mal in der Woche 15 km laufen.

Neben den Senk- und Spreizfuß wurde bei mir unter statischen Verhältnissen noch eine valgische Beinachse (also X-Beine) diagnostiziert. Das war mir auch schon bekannt, aber ich war ja bei der Laufanalyse, um meine dynamischen Probleme zu erkennen - und die sind nicht von schlechten Eltern:

Die in der Statik gerade Beinachse zeigt in der Kniebeugung unter Belastung eine Einwärtsrotation. Dies bedingt auftretende Scherkräfte innerhalb des Kniegelenks zwischen dem Tibiaplateau und Femurcondylen.

Um dem entgegenzuwirken soll ich koordinative Übungen mit dem Balance Pad ausführen.

In der Stützphase kommt es beidseits zu einer Überpronation (deutliches nach innen knicken des Fußes). Der Achillessehnenwinkel (Fersenbeinlot zum Boden), welcher als Anhaltspunkt für Bewegungen im Sprunggelenk zu betrachten ist, beträgt in der Stützphase 
- Barfuß: links 11,6° und rechts 20,0°
- im Schuh: links: 8,1° und rechts 8,3°
[Normal: 8-10°]

Bei dem Schuhkauf habe ich also nichts falsch gemacht. Auch zukünftig gilt für mich solche Schuhe zu wählen, die härteres Material auf der Innenseite und eine Mittelfußbrücke aufweisen, um die Fußbewegung zu kontrollieren.

In der Stützphase (Zeitraum, in dem der Körperschwerpunkt über den am Boden ruhenden Fuß nach vorn schiebt) kippt das Becken leicht über das normale Maß zur gegenüberliegenden Körperseite ab. Ausgelöst wird diese Instabilität durch eine zu schwache hüftstabilisierende Muskulatur des Gesäßmuskels und der gesamten Rumpfstabilität.

Sichtbar wird auch ein so genanntes "Overcrossing", das heißt, beide Füße übersetzen während der Stützphase über die Körpermittellinie. Häufig ein Indiz für eine muskuläre Dysbalance der Beckenregion.

Das Hauptaugenmerk sollte somit zunächst auf die Kräftigung und Stabilisierung im Fuß-, Knie- und Hüftbereich gelegt werden. Des Weiteren sollte ich Übungen im Seitstütz ausführen, um die seitliche Rumpfstabilität zu verbessern und ein Hüftkippen zu vermeiden.


Wie geht es mir fast einen Monat nach der Laufanalyse?

Ich mache fleißig meine Kräftigungsübungen. Ich bin allerdings erst am Donnerstag dazu gekommen, die Sporteinlagen abzuholen. Am Freitag bin ich den ganzen Tag mit den Laufschuhen unterwegs gewesen (da meine Laufschuhe ja 1 1/2 Nummern größer sind als meine normalen Schuhe, passen die Einlagen leider auch NUR in die Laufschuhe) um sie einzulaufen. Ich glaube, dass ich mich recht schnell an die Einlagen gewöhnen konnte.

Am Samstag probierte ich dann wieder einen kurzen Lauf. Jede Woche probiere ich einmal zu laufen nur um festzustellen, dass ich nicht mehr als 3 km schmerzfrei laufen kann. Durch Dehnungsübungen und Massage mit der Blackroll bekomme ich die Schmerzen aber immer wieder schnell unter Kontrolle, so dass ich nicht tagelang mit Schmerzen herumlaufen muss.

Ich werde jetzt erst mal weiterhin ganz fleißig meine Kräftigungsübungen machen und hoffen, dass ich mein Läuferknie möglichst schnell endgültig los werde!


Ich mache jetzt meine Übungen und dann werde ich den Sonntag genießen! Hach, wie gerne würde ich jetzt lieber meine Runden in der Sonne drehen, als im Keller meine Muskeln zu trainieren... das Leben ist kein Wunschkonzert...




Ich wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag!
Sonnige Grüße!




Kommentare:

  1. Ui, die Analyse klingt schon aufwendig. Magst du sagen, was das gekostet hat?
    Drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass das wieder wird!

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    1. Die Bewegungsanalyse hat 100 € gekostet, da ich die Variante 3 gewählt habe, bei der der ganze Körper analysiert wird.
      Bei Variante 2 wird die Beinachse und das Knie berücksichtigt (75 €) und in Variante 1 (55 €) stehen Fuß- und Sprunggelenk im Mittelpunkt.

      Danke fürs Daumen drücken!! :D

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  2. Das ist ja intressant. Ich hoff dein Knie wird bald wieder :)

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  3. Hey du,
    ich esse doch Vitamine. Ich esse viel frisches Obst und Gemüse.
    Diese Essanfälle hab ich ja zum Glück nicht jeden Tag :)
    Wenn du magst, kannst du in mein ETB bei fddb schauen, da steht was ich alles so esse :)

    Liebe Grüße

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    1. Ich versuche es positiver zu sehen :)
      Wenn ich mich mal nicht so gesund ernähre, nehme ich die Centrum A-Z.
      Kennst du die? :)

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