Ich will euch heute eine Sportart vorstellen, die vielleicht noch nicht ganz so viele von euch ausprobiert haben.
Beim ersten Mal fühlt es sich seltsam an. Die Maske. Die ungewohnte Ausrüstung, ein bisschen schwer. Du begibst dich ins Wasser und dein Gesicht taucht unter die Oberfläche. Du atmest ein, die Luft kommt mit einem beruhigenden Zischen und zum ersten Mal atmest du unter Wasser. Nach kurzem hast du die Make vergessen. Deine Ausrüstung scheint plötzlich leicht und beweglich und du fühlst dich frei, wie du es nie zuvor erlebt hast. Mit diesem ersten Atemzug unter Wasser öffnet sich die Tür zu einer anderen Welt. Nicht fremd, aber trotzdem anders.
Gehe durch die Tür und dein Leben wird nicht mehr das Gleiche sein.
Was führt jemanden zum Tauchen?
Abenteuerlustige kommen etwa bei der Erkundung eines versunkenen Schiffes auf ihre Kosten. Auch
Naturliebhaber sind unter Wasser richtig. Keine andere Umgebung kommt dem Reichtum, der Vielfalt und der Dynamik eines unberührten Korallenriffes gleich. An alle
Entdeckungslustige: willkommen in unserem "inneren Universum". Es ist zwar ein Klischee, aber trotzdem wahr, dass wir die Oberfläche des Mondes besser kennen als den Grund der Ozeane. Tauchen bringt immer wieder neue
Herausforderungen. Es ist eine der seltenen Aktivitäten, die beides sein können, Adrenalin und Intensität oder Gelassenheit und Frieden.
Und wie kam ich zum Tauchen?
Ich war schon immer eine Wasserratte. Aber wenn ich beim Wasserrettungsdienst war und die Taucher beobachtet habe, wie sie schwere Kisten schleppten, sich "anrödelten", mit der schweren Ausrüstung zum Ufer watschelten um dann in den See zu springen, wo es außer Steinen nichts zu sehen gibt... Neeee! Wenn tauchen, dann will ich auch was sehen! Ich werde mal "Schönwettertaucher"!
Im Jahr 2005 machten mein Mann und ich Urlaub in Ägypten. Bei der benachbarten Tauchschule legten wir die Prüfung zum PADI 'Open Water Diver' ab. Seit dem ergründen wir die Tauchreviere dieser Welt... Habe aber auch Gefallen an unseren heimischen Gewässern gefunden.
Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?
Um Tauchen lernen zu können, musst du dich im Wasser wohl fühlen und über grundlegende Schwimmfertigkeiten verfügen. Du solltest dich bei guter Gesundheit befinden, insbesondere was dein Atmungssystem und dein Kreislauf betrifft. Du solltest eine vernünftige Einstellung haben, ein gesundes Urteilsvermögen und ausreichend Selbstdisziplin, um die Richtlinien und Prinzipien zu beachten, die für sicheres Tauchen erforderlich sind.
Wie läuft ein Tauchkurs ab?

Egal bei welcher Organisation (PADI, CMAS) du einen Tauchschein machen möchtest, die Inhalte sind ähnlich. Wichtig ist auf die Qualität der Tauchschule zu achten (hier hilft das Internet oft weiter), denn gerade in Urlaubsregionen steht oft der Umsatz über der Sicherheit.

Man kann einen Kurs in drei Segmente einteilen: Schwimmbad-Tauchgänge, Entwicklung der Kenntnisse in Tauchtheorie und Freiwasser-Tauchgänge. Jeder Teil spielt eine wichtige Rolle beim Erlernen des Tauchens und zum Erreichen der Leistungsanforderungen, die notwendig sind, um sich als Taucher zu qualifizieren.
Der Spaß beginnt schon bei den Schwimmbad-Tauchgängen, während derer du taucherische Grundlagen anwenden und Tauchfertigkeiten und -verfahren lernen und üben wirst.

Die Entwicklung der Kenntnisse in Tauchtheorie vermittelt die Prinzipien und Grundinformation, die jeder Taucher braucht, um Spaß bei sicheren Tauchgängen haben zu können.
Neben der Tauchphysik (Luft, Wasser, Druck, Gase unter Druck, Gase und Wärme) steht auch die Vermittlung von Kenntnissen in der Tauchpraxis (z. B. Kommunikation unter Wasser, Umgang mit Tauchtabellen, Navigation u.v.m.) und über die Tauchausrüstung auf dem Lehrplan.
Die Freiwasser-Tauchgänge sind der Abschluss deiner Ausbildung zu einem Taucher der Beginner-Stufe, indem dort deine Kenntnisse und Tauchfertigkeiten in einer echten Tauchumgebung und unter der Überwachung und Anleitung deines Instrucotrs (Ausbilders) angewendet und weiterentwickelt werden.
Braucht man besondere Ausrüstung zum Tauchen?
Oh ja, und nicht zu knapp. Fangen wir mit der
Grundausrüstung (oder auch ABC-Ausrüstung) an, dazu zählen Flossen, die Tauchermaske und ein Schnorchel. Jeder Taucher sollte sich seine eigene gut passende und auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Grundausrüstung zulegen. Dies verhindert, dass die Freude am Tauchen durch schlecht sitzende Leihausrüstung von Anfang an getrübt wird.
Das komplette montierte Tauchgerät wird auch als
SCUBA (Self Contained Underwater Breathing Apparatus) bezeichnet. Es gibt auch noch andere Systeme, aber SCUBA ist das von Sporttauchern am höufigsten verwendete Tauchgerät in Verbindung mit Atemluft und NITROX. Es handelt sich um ein offenes System, bei dem die Ausatemluft frei ins Wasser abgegeben wird.
Das System muss mindestens die nachfolgenden Bestandteile enthalten:
- Atemgesteuerte Dosiereinrichtung (Atemregler)
- Atemanschluss in Form eines Mundstückes oder Vollgesichtsmaske
- Tragegestell oder andere Befestigungsmöglichkeit für das Tauchgerät mit Tragevorrichtung
- Tauchgerät (Pressluftflasche)
- Flaschenventil und mindestens eine Sicherheitseinrichtung wie UW-Manometer (Finimeter) zum Ablesen des Drucks
weitere Instrumente:
- Taucheruhren
- Tiefenmesser
- Tauchcomputer (vereint Taucheruhren und Tiefenmesser und erledigt die mühsame Tauchgangsplanung automatisch)
- Kompass
Tarierjackets ermöglichen es, unter Wasser einen schwerelosen Zustand herzustellen. Dieser wird neutrale Tarierung oder hydrostatisches Gleichgewicht genannt. Außerdem dient es als Befestigungsmöglichkeit für das Tauchgerät (die Pressluftflasche).
Taucher brauchen
Blei, um den Auftrieb von Ausrüstungsgegenständen und des eigenen Körpers auszugleichen. Wer auf den klassischen Bleigurt verzichten möchte, der wählt ein Jacket mit integrierten Bleitaschen.
Ein
Tauchanzug dient sowohl als Kältschutz als auch als Schutz gegen Verletzungen oder Abschürfungen. Man unterscheidet zischen Nasstauch-, Halbtrockentauch- und Trockentauchanzügen.
Bei einem Nasstauchanzug dringt Wasser in den Tauchanzug ein und liegt als dünne Schicht zwischen Haut und Tauchanzug. Der Halbtrockentauchanzug hat spezielle Manschetten an Armen und Beinen, die das Nachströmen von kalten Wasser fast verhindert. Das vom Körper erwärmte Wasser wird besser im Anzug gehalten. Trockentauchanzüge sind luftdicht abgeschlossene Tauchanzüge. Man bleibt während des Tauchgangs komplett trocken und eignet sich daher für Tauchgänge in kalten Gewässern.
Wenn ihr euch noch nicht sicher seid, ob das Tauchen etwas für euch ist, dann probiert es doch einfach im nächsten Urlaub (oder bei einem Tauchverein in eurer Nähe) mit einem Schnuppertauchgang.